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Smarte Logistik für den Pflanzenschutz in der Agrarwirtschaft

Vorsprung mit intelligenten Edelstahlbehältern

Als Antwort auf den Green Deal der EU-Kommission haben die Mitgliedsunternehmen des europäischen Verbandes der Pflanzenschutzindustrie (ECPA) im Herbst 2020 ihre „2030 Commitments“ vorgestellt. Die Agenda der Selbstverpflichtungen umfasst die Bereiche Innovation und Investitionen, Kreislaufwirtschaft sowie Umwelt- und Anwenderschutz. Die deutsche Niederlassung von Sumi Agro – Vertriebsgesellschaft für Pflanzenschutzmittel, welche zum traditionsreichen Mutterkonzern Sumitomo Corporation (Japan) gehört – hat mit einem ganzheitlichen Systemansatz namens Easymatic reagiert. Ziel ist es, ein flexibel einsetzbares, intelligentes Mehrwegsystem für Pflanzenschutz auf dem Landwirtschaftsmarkt zu etablieren. Das Mehrwegkonzept und die digitalisierte Rück- bzw. Nachverfolgbarkeit machen Easymatic in diesem Marktsegment zum Vorreiter. Im Vordergrund stehen Sicherheit, Robustheit und Logistik-Komfort. Als zentraler Technologieträger kommt der Variotainer ECO, ein Gefahrgutbehälter von SCHÄFER Container Systems mit integriertem RFID-Tag von AEG ID und NFC-Modul von smartrac zum Einsatz. Das berührungsarme Entnahmesystem (englisch: Closed Transfer System) stammt von Agrotop. Angekoppelt wird über ein branchenbewährtes Korbfitting, während die intuitiv zu bedienende Easymatic-App die ERP-Anbindung sicherstellen wird.

Um die Exposition der Anwender im Pflanzenschutz zu minimieren und die Umwelt frei von Kontaminationen zu halten, verpflichtete sich die Pflanzenschutzindustrie gegenüber der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (DG AGRI) landwirtschaftliche Sicherheits- und Umwelttechnik bis 2030 flächendeckend für alle europäischen Landwirte und deren Anwender verfügbar zu machen. 

Variotainer-sumiagro

Easymatic – Bewährte Technik und Innovationskraft 

Zum Erreichen dieses Zieles entwickelt Sumi Agro zusammen mit namhaften Systempartnern das sogenannte Easymatic-System – bestehend aus Gefahrgutbehälter (Variotainer) mit integrierten Transpondern, Software und geschlossenem Transfer- bzw. Entnahmesystem. Bei der Systemintegration wirken der IBC-Hersteller SCHÄFER Container Systems sowie der deutsche Technologie-Spezialist für Pflanzenschutzmittelbehandlung Agrotop mit. Auf diese Weise wurden die über Jahrzehnte erfolgreich angewandten und ausgereiften Teilsysteme in einem innovativen, schlüssigen Gesamtkonzept vereint. 

„Die Verpackung ist so wichtig wie der Inhalt. Deshalb freuen wir uns ganz besonders, dass Sumi Agro als Systempartner für nachhaltige Pflanzenschutzgebinde auf Mehrweg Variotainer von SCHÄFER Container Systems setzt. Den vielseitig einsetzbaren Variotainer liefern wir speziell für Pflanzenschutzmittel mit der UN-Gefahrgutzulassung nach UN 1A1/X1.3“, sagt Christof Ermert, Vertriebsleiter von SCHÄFER Container Systems, IBC.

Charakteristisch für hochwertigen Pflanzenschutz ist seine Verpackung und seine Rückverfolgbarkeit. Dies hat bisher das händische Führen eines Registers über die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln (EG-Verordnung Nr. 1007/2009) erfordert. Letzteres kann mit Easymatic vollständig digital abgebildet und automatisiert werden. Dazu musste das Rad nicht neu erfunden werden. Die Innovationskraft ist durch die Integration von Einzelkomponenten und der Kombination aus smartem Mehrweggebinde mit der entsprechenden Software entstanden.

„Easymatic bietet eine überzeugende Kombination aus Sicherheit und Einfachheit bei der Handhabung von flüssigen Pflanzenschutzmitteln und reduziert potenzielle Risiken wie Verschütten und Spritzen während des Einfüllens in die Pflanzenschutz-Einspülschleuse des landwirtschaftlichen Spritzbehälters. Weg von Einweg, hin zu Mehrweg – der Umwelt zuliebe. Damit hebt sich Sumi Agro auf dem europäischen Pflanzenschutzmittelmarkt von seinen Wettbewerbern deutlich ab“, erklärt Reinhard Appel, General Manager von Sumi Agro Ltd., Niederlassung Deutschland, im oberbayerischen Allershausen bei Freising.

Easymatic – Edelstahlbehälter als Technologieträger 

Der von Sumi Agro präferierte Variotainer von SCHÄFER Container Systems besteht aus einer 100 % Edelstahl-Fassblase mit robusten Kopf- und Fußringen aus Polypropylen (PP). Diese sind mittels Sicherheits-Clip-Technik an der FassBlase fixiert und können bei Bedarf von SCHÄFER Container Systems ausgetauscht werden. Der Gefahrgutbehälter ist in Größen von 10 bis 200 Litern erhältlich. Größere Behälter für vergleichbare Anwendungen sind in Volumina von 500 bis 1000 Litern verfügbar. Bei Sumi Agro wird aktuell der 50 Liter Variotainer mit einem Leergewicht von unter zehn Kilogramm eingesetzt. 

Die stapelbaren Edelstahlfässer bezieht Sumi Agro von SCHÄFER Container Systems bereits fertig montiert mit Korbfitting, RFID-Tag und NFC-Modul. Die beiden Transponder befinden sich fest verbaut im Kopfring der Fässer. „Die durchschnittliche Lebensdauer unseres Mehrweg-Behälters liegt bei über 20 Jahren, wie im vergleichbar harschen Brauereinsatz über Jahrzehnte empirisch ermittelt“, weiß Christof Ermert.

Der „Innovations-Enabler“ des Easymatic-Systems ist also die Gebindeeinheit, bestehend aus Variotainerund den beiden Transpondern sowie dem Edelstahl-Korbfitting. Alles Weitere wird über das passende Entnahmesystem von Agrotop und die Easymatic-Software realisiert, sowohl beim Anwender mittels Easymatic-App auf handelsüblichen Mobilfunkgeräten mit NFC-Funktionalität, als auch auf Seiten des Backends im Servernetzwerk von Sumi Agro. In Summe wird die komplette Gebindehistorie modifikationssicher abgebildet. 

Durch die integrierten Transponder ist jeder Gefahrgutbehälter elektronisch eindeutig gekennzeichnet. Nach der ersten Registrierung kann das Gebinde über die gesamte Lebensdauer rückverfolgt, verwaltet und kontrolliert werden. Los- und Chargenkennzeichnung, Bestandskontrolle, Lagerverwaltung, Behälterverfolgung im Markt, innerbetriebliche Logistik und Anwender – alles digital mit maximaler Effizienz, insbesondere bei den Händlern und Landwirten. Eine fehlerbehaftete manuelle Protokollierung entfällt.

Easymatic – Mehrweg schafft Logistik- und Umweltvorteil in der Agrarwirtschaft  

Die für den Anwender zum Lesen freigegebenen Daten sind inklusive der produktspezifischen Informationen, wie etwa der sachgerechten Anwendung, per Knopfdruck mittels Handy oder Tablet abrufbar. Das erleichtert die sichere Produktanwendung vor Ort. Zudem steuert die Easymatic-App die logistischen Vorgänge, d. h. die Initiierung der Rückholung leerer Gebinde und die Bestellung neuer Gebinde, inklusive präferierten Terminen – das alles ohne einen Telefonanruf zu tätigen oder ein Fax zu versenden. 

Traciafin (Prothioconazol) von Sumi Agro ist das erste Pflanzenschutzmittel, welches auf dem Agrarmarkt im Easymatic-Mehrwegsystem erhältlich ist. Der systemische Wirkstoff gehört zu den DMI-Fungiziden (Demethylase-Inhibitor) und hemmt die Ergosterol-Biosynthese von Schadpilzen, insbesondere im Getreide. Die Aufwandmenge beträgt je nach Kultur 0,7 bis 0,8 Liter pro Hektar Ackerfläche, bei einer Wasseraufwandmenge zwischen 100 und 300 Litern. Folglich kann mit einem einzigen 50 Liter Variotainer Traciafin über 62 Hektar (etwa 85 Fußballfelder) Anbaufläche behandelt werden. 

Mit den bis dato noch üblichen Einweggebinden aus HDPE oder COEX müssen bei einer handelsüblichen Kleingebindegröße von 5 Litern hierfür zehn Gebinde geöffnet, geleert, restentleert, vorgewaschen und über das verbindliche PAMIRA-System (Packmittelrücknahme Agrar) – Rücklaufquote von 80,4 Prozent in 2019 – entsorgt werden. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 2.955 Tonnen „restentleerte“ und vom Landwirt vorgespülte Pflanzenschutz- und Flüssigdünger-Verpackungen zurückgenommen. 

„Eine 50 Liter Füllung mit dem Fungizid Traciafin hat einen Marktwert von circa 2.500 Euro. Schon deshalb, aber auch aus Umweltschutzgründen ist die Verwendung eines robusten, sicherheitstechnisch zugelassenen Mehrwegsystems von Relevanz. Zumal sich bei Füllkosten im vierstelligen Euro-Bereich diese wirtschaftliche und für die Umwelt nachhaltige Lösung geradezu aufdrängt“, argumentiert Reinhard Appel, diesmal nicht als Niederlassungsleiter, sondern als praktizierender Landwirt aus der Sicht eines Kunden.

 

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